Die Thüringer benötigten zunächst eine Anlaufphase, um den Sprung von seinem Projekt hin zu einer richtigen Band zu nehmen. Die ersten Aktivitäten datieren aus 2008, zwei Jahre später hatte VOLVER dann einen vollwertigen Gruppen-Status erreicht. Das Quintett aus Erfurt lässt und nimmt sich die Zeit, die es braucht, Entscheidungen und Songs reifen zu lassen. Der erste Longplayer zeugt davon. „Zwischen Dingen, die Angst machen“ beinhaltet zwölf Stücke, die zunächst unspektakulär anmuten, alsbald aber ein ausgeprägtes Ohrwurm- und Eingängigkeitspotenzial heraus stellen. Zu hören ist ein latent poppiger Indie-Rock, der durchweg breitentauglich und wohlklingend inszeniert wird. Die Texte aller Lieder sind deutschsprachig belassen und ebenso überraschend wie die bloße Musik von VOLVER. Anfangs meint man, tendenziell Allgemeinplätze zu hören, um wenig später zu bemerken, dass doch Substanz und Tiefe gegeben sind. Hat man erst einmal mitbekommen, wie der Hase läuft, erkennt man das selbstbewusste Spiel der Thüringer. Die Musiker sind mit sich, ihrer Band und ihren Songs im Reinen. Entsprechend natürlich und bauchgesteuert kommen die zwölf Tracks. Ohne elektronische Anreicherung geht es auch bei dieser Band nicht, doch die leicht zurückhaltende Aura des Materials leidet darunter nicht. Die Konzert-Tauglichkeit von „Zwischen Dingen, die Angst machen“ wird u. a. dadurch belegt, dass VOLVER ihr Debüt live eingespielt haben. Für die Erfurter dürfte das eine Selbstverständlichkeit sein.


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