Deutschsprachiger “Independent” die Wievielte? Was bringt uns VOLVERs Debüt abseits der schlimmen Extreme Kneipenrock mit Proll-Faktor und Hornbrillen-Klugscheißerei mit dilettantischem Handwerk im Hintergrund? Ganz einfach, leicht poppiges Material mit unauffälligen Texten und verhalten retrospektivem (die 1980er) Klangbild.

Löblich dabei lässt sich anmerken, dass VOLVER auf Anhieb keine Assoziationen wecken, also vertraut und dennoch schwer vergleichbar klingen. Jedenfalls kann es die Gruppe auch krachen lassen (“Glut & Rausch”, “Morgenlicht”), aber an der allgemeinen Verträglichkeit ihrer Musik ändert das nichts. “Zwischen Dingen, die Angst machen” könnte auch im Radio laufen – jeder Song – und mag sowohl der Generation unter 20 als auch gesetzteren Gemütern gefallen. Das universelle Post-Rock-Moment einiger Parts (“Was du siehst”, unweigerlicher Albumhöhepunkt) passt da nur zu gut ins Bild.

Die Band zeichnet sich durch geschmackvolle Synthesizer zwischen Tradition und Moderne aus (nennen wir es zeitlos), die in vorwiegend treibenden Stücken eingesetzt werden. Textlich bemühen die Musiker wie nicht wenige andere aus ihrer Heimat die bekannte Freiheits-Motivik: Aufbruchsstimmung und so weiter. Logischerweise steht der warme Gesang nicht selten im Vordergrund (“Über dir”, der Ohrwurm des Albums), ohne dass das Instrumentale im Trivialen versandet. Kurzum: Pop mit Anspruch, Deutschrock ohne Heckscheibenaufkleber.

FAZIT: VOLVERs Einstand ist eine Empfehlung für Freunde des wavigen Alternative wert. Vergleichspunkte? Schwer, wie gesagt, aber sagen wir irgendwas zwischen einer härteren Variante von LOCAS IN LOVE und weniger subtilen TOMTE?


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